Nach den ersten 3 Tagen eine kleine Retrospektive.

 

Alles beginnt am Flughafen- ich verabschiede mich, weine..   und werde zum Sprengstofftest aufgefordert wo doch meine Familie hinter der Scheibe darauf wartet, dass ich mein Abschiedsgeschenk öffne.

 

Mein Kalender- Tränen auf den Eiskarte*

Ich nutze den ersten Flug um mich wieder zu fassen, zu lesen  und den Glitter zu entfernen der überall an mir klebt.

In Frankfurt finde ich dann auch die nächsten Freiwilligen- alle schon bekannt durch das Vorbereitungsseminar.

Wir reden –die Vorfreude steigt. Irgendwann sagt Jonas: ,,Du bist aber auch traurig, nicht wahr?’’ , meine Antwort ..: ,,Ich hab Glitter im Auge’’ –natürlich hab ich das anschließend noch ausgeführt.

 

Wir verlassen Frankfurt und die Lichter Stadt scheinen durch die dünnen Wolkenfelder zu pulsieren-

Der Flug nach Bangkok ist weniger anstrengend als gedacht; besonders viel geschlafen hab ich trotzdem nicht.

Wahrscheinlich geht es generell schneller vorbei wenn man nicht seine Zeit damit verbringt sich darum Sorgen zu machen, dass man ankommt.*

 

Ich lese.

 

In Hanoi angekommen treffen wir auf unsere Betreuerinnen: Eva und Huyen –beide sehr freundlich, besorgt und im mittleren Alter.

Wir verlassen den klimatisierten Flughafen und die schwüle Abendhitze kommt auf uns nieder.

Eigentlich ein sehr angenehmes Gefühl – die Luft ist versmogt und einige Freiwillge trauen sich noch nicht über die Straße.

Diejenigen die ihre Kamera herausgeholt haben ist schnell klar geworden, dass die Luftfeuchtigkeit ihnen einen Strich durch die Rechnung macht.

 

Klimatisierter Bus. Ich ziehe meinen Dicken Pullover wieder an.

Wir werden mit etwas Geld, einem Stadtplan und Verpflegung im Guesthouse abgesetzt.

Von Aussen sieht es etwas aus, wie eine Tiefgarage- in den Zimmern kommt ein  spezieller ’’Ostblockcharme’’ dazu.

Alles ist gefliest- großgemustert, die Decken sind hoch, die Zimmer eher spärlich eingerichtet. Unser Stuhl ist mir einem groben Weihnachtsstoff bezogen, alle Spiegel sind dreckig. Es gibt kein warmes Wasser und auch keinen Duschvorhang, vieles fällt leichter ab als es sollte. Die Klimaanlage surrt pausenlos und kalt.  Ich liebe es.

Wir richten uns ein- eine freiwillige vom ersten Weltwärts-Ded-Programm zeigt und eine kleine Küche am Strassenrand. Ungefähr die Hälfte der gesamten Gruppe von 18 Leuten ist mitgekommen.

Wir setzen uns auf die kleinen Hocker- essen Banh Xeo- es ist lecker- Fleisch und Gemüse in einem knusprigen Reisteig, zusammen mit Minze, Salat und Gurke in Reispapier eingerollt und in eine Essigsoße getunkt.

Danach grünen Tee mit Eis.

  Eiswürfel und Salat-   Dinge vor denen uns der ärztliche Dienst gewarnt hat- überflüssig.

Niemand wird hier in Hanoi die Malariaprophylaxe nehmen.

Unbd durch die extrem hohen Decken kann auch niemand sein Moskitonetz befestigen.

Vielleicht ändert sich dies, sobald wir dann in unsere eigenen Wohnungen ziehen.

 

Ich werde mit 4 weiteren zusammen in ein Haus am Westlake leben. W-lan, Waschmaschine, Fernsehen.

Diesen Samstag werden wir dort einen ersten Blick reinwerfen können- die Freiwilligen die im Moment noch da leben geben eine Abschieds/Willkommensfeier. Ich bin gespannt.

 

Meine innere Uhr und mein körperliches Befinden sind sich nicht einig am ersten Tag.

Ich finde heraus, dass es auch hier im Guesthouse Internet gibt, lese   und  es dauert lange bis ich einschlafe.

 

Tag 2

 

Für alle die es soweit gelesen haben- es geht noch weiter..  Allerdings sollte ich auch schlafen gehen.. oder lesen.

Die gekürzte Fassung:

Ich finde heraus, dass sie dusche kalt ist.

Wir fahren zu den Hanoi Towers und lernen das Ded-Büro kennen- gesamt Besetzung.

Alle zusammen gehen in ein Restaurant –ich friere und will wieder nach draussen.

Passphotos für unseren Busschein – entweder hat mich der Photograf mit dem Zopf und den spitzen Zähnen gefragt ob ich mit ihm nach Japan möchte – oder nicht.

Kontoeröffnung bei der Vietcombank

Simkarten kaufen- ich bin die einzige bei der es nicht klappt- vielleicht find ich gleich noch die passende Anleitung im Internet das aufzuheben.  300.000 VND wollte der Mann am Handystand haben.. ich glaube nicht.

Basti und Dominik finden heraus, dass sie andere Westler anstarren *

 

Skype ausprobieren*  Es klappt.

Mit ein paar anderen Abends in einer Garküche essen holen. Immer noch lecker.

Lesen

 

Tag 3 –heute

 

Früh aufstehen.Der Bus der uns zur Uni fahren sollte taucht nicht auf. Wir werden in 2 Taxis gesetzt. Es sind 7 Leute in unserer Lerngruppe. 4 Stunden Sprachkurs bei cô Thang, unserer Lehrerin.Windbeutel, Tee, Cracker, Wasser  und Kälte.

Alphabet-Begrüssung-Verabschiedung-Herkunft-Wohlbefinden : läuft- mehr oder weniger.

 

In der Mensa essen

Mit dem Bus wieder zurück  -morgen fahren wir allein- die passenden Haltestellen werden wir..  hoffentlich wieder sehen..       das war doch dort an der Straße.. mit den vielen Schildern und Straßenrandläden..  und der schlechten Verrkabelung..  da wo es so unübersichtlich ist..  hoffentlich.

20 Minuten zum Guesthouse laufen..   Weg mehr oder weniger unbekannt.

Ausruhen –Mails nachschauen –mir einen kleinen Zettel vorbereiten um mich am Handystand zu informieren.

Schlafen

 

Die Straße rauf und runter.

Ich bin immer noch erledigt.

Die anderen sitzen im zweiten Stock aufgereiht mit ihren Laptops     .. ich bin nicht unbedingt besser, aber es kommt mir schon sehr merkwürdig vor.

 

Ich geh wieder hoch leg mich etwas hin.. auch etwas mehr. Träume davon, dass ich Bansky treffe und im roten Fluss schwimme.*

Unser Leitungswasser ist übrigens Arsenhaltig.

 

Wir unterhalten uns unten mit einer älteren Freiwilligen – sie wird uns auch morgen noch etwas rumführen.

 

Ich schreibe diese Word-datei und in mein Journal.

 

 

Hallo Familie.. wenn ihr das lest-  ihr könnt auch mal antworten. Schlimm schlimm.

 

Das wars. Ich werds jetzt noch hochladen und wahrscheinlich noch etwas lesen, obwohl ich schlafen sollte*

 

 

Tam-biet

 

und an jeden der das durchgelesen hat -vielen Dank für die Aufmerksamkeit.. es ist ja nicht wenig...

19.8.09 18:03

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mary Love (19.8.09 19:53)
Also eins haben wir jetzt alle gelernt:
Immer was zum drüberziehen mitnehmen. Kalt.



familie (19.8.09 21:07)
tsss....von wegen wir melden uns nicht



scheint alles interessant zu sein bei dir. ich hab schon ne "rotekreuz-anna nach vietnam-spendendose" gebastelt für morgen...

mama: halloo mein kind, habe die ganze zeit papa genervtdir ne mail zu schreiben...er muss noch dringend seinen neuen computer einrichten....dann kommt auch bald ne nachricht von uns.


lieben dich

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